Niederländischer Meister!
Monday, 15. September 2008Mit zwei deutlichen Tagessiegen am letzten Tag haben wir nichts mehr anbrennen lassen.
Frischer Ostwind und die kabbelige Welle prägten das Bild am zweiten und dritten Tag. Der Schlüssel unseres Sieges lag dabei, in der guten Geschwindigkeit auf der Kreuz. Schon kurz nach dem Start, konnten wir so in allen Rennen die Führung übernehmen. Zweimal mussten wir dann später dem 49er Tribut zollen und verloren durch Kenterungen unsere Führung.
Einmal fegte eine Welle Hannes die Füße weg und er flog so auch aus dem Trapez. Durch seinen Sturz stoppte das Boot so abrupt ab, dass ich einfach, um das Vorstag geschleudert wurde und wir sogleich kenterten. Nach diesem unsanftem Erlebnis im ersten Rennen des zweiten Tages hatte ich wohl etwas zu viel Respekt (und auch etwas Angst). In den folgenden Rennen kamen wir nicht mehr an unser ganzes Potential heran, besonders in den Wenden war ich einfach etwas zu "lahm". Im letzten Rennen des Tages missglückte dann noch eine "Drop" an der Leetonne und wir schwammen abermals. Diesmal aber ohne Schmerzen.
Am letzten Tag hatte der Wind dann etwas nachgelassen. Statt 15 waren es nur noch etwa 11knt. Das war mir schon deutlich lieber und wir konnten ungefährdet unseren Kreuzspeed ausspielen, beide Tagesrennen komfortabel gewinnen und damit auch die Regatta. Man könnte also sagen, so lange uns der Bock nicht abwirft, ist alles in Butter.
Aber:
Wie diese Leistung im Verhältnis zur Weltspitze einzuordnen ist, können wir aber nicht genau sagen. Das Feld war in der Summe nicht außerordentlich stark. Deswegen wollen wir das Ergebnis lieber nicht überbewerten. Trotzdem freuen wir uns sehr darüber, die zweit Platzierten Schutte/Stavenuiter am Ende klar geschlagen zu haben, sie waren immerhin 22. bei der diesjährigen Europameisterschaft. Die Ergebnisse findet ihr unter: www.opendutchsailing.org
Für uns selber haben wir gemerkt, dass es uns zeitweise gelingt, dass Boot schnell geradeaus zu fahren. Bei den Manövern, insbesondere beim Anfahren danach können wir uns aber noch sehr deutlich steigern. Außerdem bin ich noch etwas überfordert, wenn sich mehrere Boote mit hoher Geschwindigkeit eng beieinander bewegen. Dafür, dass wir erst viereinhalb Monate zusammen 49er segeln, sind wir sehr zufrieden mit unserer Leistung und freuen uns jetzt auf die Deutsche Meisterschaft auf der Alster.
Gestern nacht ging es für mich direkt weiter, zur Militäreuropameisterschaft nach Polen. Das passt ganz gut, weil Hannes am nächsten Dienstag eine Klausur über Thermodynamik schreibt und sich bis dahin noch etwas hinter dem Schreibtisch vergnügen will.
Ich werde euch aus Polen berichten.
Tobi









